Ist das Cookie-Banner das größte Internetproblem, oder doch das Tracking? Wer sich mit digitalem Verbraucher:innenschutz beschäftigt, ist konfrontiert mit einer überwältigenden Vielzahl von Problemen und Maßnahmen, die sie eindämmen sollen. Aus dem Wunsch, das Digitale gerechter zu machen, wird schnell ein Flickenteppich aus Handlungsempfehlungen.
Der Digital Fairness Act, den die EU-Kommission für Ende 2026 angekündigt hat, soll aus diesen Einzelmaßnahmen ein geschlossenes Bild für Verbraucher:innenschutz im Digitalen schaffen. Damit ist er eine Chance für einen strukturellen Wandel: Weg von einer reaktiven Regulierung von digitalen Geschäftsmodellen, die konsequent gegen die Interessen von Verbraucher:innen arbeiten und hin zu digitalen Märkten, die Verbraucher:innenrechte stärken. Digitale Selbstbestimmung muss möglich werden, nicht nur für wenige, sondern für alle in einer diversen Gesellschaft.
Unsere Leitlinien „Nächster Halt: Fairness“ für einen zukunftsfähigen digitalen Verbraucher:innenschutz, verfasst von Lisa Ama Schrade unter Mitwirkung von Sayda Elarabi, entwerfen genau dafür folgende Gestaltungsprinzipien:
- Verletzlichkeit und digitale Ungleichheit ernst nehmen
- Fairness by Design zum Standard machen
- Dem Zusammenspiel von Personalisierung, Profiling und digitaler Diskriminierung wirksame Alternativen entgegensetzen
- Künstliche Intelligenz, Automatisierung und neue Formen digitaler Macht demokratisch gestalten
- Faire digitale Geschäftsmodelle und gemeinwohlorientierte Alternativen stärken
Hier geht's zum Download der Leitlinien.
Unser herzlicher Dank gilt: Judith Faßbender, Stefanie Grunert, Kathrin Krause, Dr. Ayten Öksüz, Clara Ruthardt (Bertelsmann Stiftung), Dr. Michael Strautmann (D64 - Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V.), Eileen Wagner und weitere Expert:innen aus Zivilgesellschaft und Verwaltung.